Autor Thema: teuer = gut, billig = Schrott oder Preiswert und gut  (Gelesen 153 mal)

Wolverine

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teuer = gut, billig = Schrott oder Preiswert und gut
« am: November 10, 2022, 04:59:36 Nachmittag »
ich moechte hier mal euere Meinung zu Boegen, Pfeilschaeften und das Zubehoer wissen

ich persoenlich habe da sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

vor allem was ist teuer, nun bei den Boegen sind es ueberzogene Preisvorstellungen der Hersteller vor allem wenn diese fuer den Kaeufer der anreiz fuer den Kauf sind, nach dem Motto schau mal ich kann mir das leisten, ich hatte auch schon Boegen von den sogenannten Premiumherstellern in der Hand bzw. durfte sie mein Eigen nennen bei den Meisten blieb es jedoch beim in die Hand nehmen und Probeschiessen, da war mir klar noe der ist nichts fuer dich bzw. der ist den Preis nicht annaehernd wert das ist teuerer Schrott hier stimmt ja rein gar nichts.

Es ist auch schwer bei der Vielzahl von Angeboten das Richtige fuer sich selbst zufinden ein Fehlkauf ist da schnell getaetigt, auch ist es oft emotionaler  Kauf der einen dazu bewegt ein Produkt zu erwerben.

Oder was der/die sich leisten kann kann ich auch das sind meiner Meinung nach die schlechtesten Voraussetzungen fuer einen guten Kauf.

Es gab mal eine Zeit da dachte ich auch wenn ich mir teuere Pfeilschaefte das waren so die ersten Carbonies kaufe dann wird mein Ergebnis besser, nun der Umsatz beim Haendler isr gestiegen, meine Punktezahl nicht, so nun kam das Gehirn warum klappt das bei mir nicht, bei allen Anderen geht das doch auch, verbissen versuchte ich mein angebliches Unvermoegen durch viel Training zu kompensieren, bei einem Turnier beobachtete ich Schuetzen die durch den Materialwechsel angeblich so viel besser geworden sind, tja es kam wie es kommen musste die waren nicht wirklich besser als vor dem Materialwechsel, einen von denen habe ich darauf angesprochen, seine Antwort war: weist du wenn ich nach einem Turnier mir 10 neue HJolzpfeile machen muss weil ich diese kaputtgeschossen habe kommt das mit der Zeit zu teuer,m dieses Argument lies ich gelten und lachte ueber mich selbst.

so habe ich im Laufe meines Bogenlebens vieles erlebt teuer und gut billig und Schrott, aber auch billig, nennen wir es guenstig und gut.

Im Endefekt entscheidet es jeder fuer sich es ist wichtig wenn es fuer den einen Preiswert ist bzw. seinen Preis wert ist muss es fuer den Anderen nicht zutreffen.

Es kauft sich doch jeder das was er sich leisten kann, bzw. legt ein Buget fest in dessen Rahmen er/sie sich bewegen wollen und das ist meiner Meinung nach keine Schande.

Noch eines lasst euch nicht von Versprechungen ueber eine sehr lange Garantiezeit zum Kauf verleiten, denn das bringt nichts, wenn ein Bogen in den ersten Jahren nicht bricht tut er es in den naechsten 35 Jahren auch nicht wenn er sorgsam behandelt wird, dazu braucht es keiner langen Garantiezeit sondern einen Bogenbauer der weiss was er macht und welche Materialien er wann und wie einsetzen muss.
« Letzte Änderung: November 10, 2022, 07:39:12 Nachmittag von Wolverine »
Bögen von Bavarian Longbow, Black Widow, A&H Archery, Centaur, World Class (Wapiti) Bows, Morrison, Sovereign Archery, R.Weick, L.Hinge, Martin Archery, ILF Toxocraft Riser+Uukha VX1000 Wurfarme

Waldgeist

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Re: teuer = gut, billig = Schrott oder Preiswert und gut
« Antwort #1 am: November 10, 2022, 05:40:46 Nachmittag »
Ich denke freiwillig gibt niemand Geld für Schrott aus. Nur - wo liegt da die Wertgrenze?
Das hat ja wohl sehr mit den wirtschaftlichen Verhältnissen zu tun in denen der/die einzelne lebt und demzufolge bereit und in der Lage ist, für das pers. Hobby Bogenschießen auszugeben.
Außerdem ist es eine Frage, wie intensiv sich der/die betreffende mit dem Hobby identifiziert.

Auch ich habe seinerzeit mit einem Bogen "von der Stange begonnen". Der Bogen von Ragim war völlig o.k. und auch die Pfeile waren kein Schrott, sondern handgeschnitzt und von einem der sich mit dem Thema gut auskennt auf mich und den Bogen passend abgestimmt. Mein erster Langbogen war von Uwe Beier; kein Custom, aber nach einigem Austesten von verschiedenen Bögen, hatte ich mich für den Bogen entschieden. Den besitze ich heute noch, obwohl ich ihn nicht mehr einsetze.

Vor einigen Jahren lernte ich auf der Paderbow einen Bogenbauer kennen, dessen Bögen mir sehr zugesagt haben. Damals war er noch mit Henry B. verbunden; es war aber schon absehbar, dass er sich selber ein Unternehmen aufbauen wird. Dabei hatte ich ihn unterstüzt und so kam es, dass ich für seine Bögen warb, so dass er einige Bögen direkt vermarkten konnte und ich mir selber welche nach meinen Wünschen von ihm bauen ließ.
Die Bögen sind handwerklich vom Feinsten, technisch ausgereift und aus edlen ausgesuchten Hölzern gebaut.
Seine Preise sind angemessen und liegen im mittleren Bereich zwischen 300 bis ca. 800 Euronen.

Mit Zubehör ist es im Grunde wie mit Werkzeug: Kaufste billig, kaufste zwei- oder dreimal!
„Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!“
 Cicero

Kedde

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Re: teuer = gut, billig = Schrott oder Preiswert und gut
« Antwort #2 am: November 25, 2022, 01:12:48 Nachmittag »
Was nix kost das taugt nix. Oder wer billig kauft kauft zweimal.
Das sagte schon mein Vater seelig.
Aber das stimmt nicht immer, vorausgesetzt man lässt mal Geiz ist geil aussen vor.

Auch ich habe natürlich Lehrgeld zahlen müssen. Einerseits das ich auf vermeintliche "Fachleute" und andererseits auf Versprechungen gehört hatte.
Es ist richtig das man immer nur das kaufen kann was das eigene Budget hergibt. Aber für jedes Budget gibt es eine  Preisspanne bei Bögen und Schäften, man muss nur testen und vergleichen, nicht blind kaufen nur weil es billig ist, es wird schon passen.
Ein teurer Schaft hält nicht unbedingt besser als ein günstigerer, auch wird es keinen großen Unterschied im Trefferbild auf einem 3D Parcours geben, vorausgesetzt die Schäfte werden auf den Bogen abgestimmt. Da lohnt es sich erst-einmal nur eine kleine Menge an Schäften zu kaufen, zu testen und zu vergleichen. Am Ende wird jeder seinen Schaft finden.

Bei Bögen sieht es ein wenig anders aus, da bleibt nur der Weg zum Händler seines Vertrauens oder zum Bogenbauer direkt.
Aber auch hier heißt es testen, testen und nochmals testen, denn Händler wollen und müssen verkaufen und auch da gibt es schwarze Schafe.
Nicht alle Händler haben den Luxus einer Schießbahn um die Bögen zu testen, nicht alle Händler geben dem Kunden den Bogen mit zum testen. Da gibt es oft nur ein liegt gut in der Hand und oder gefällt mir. Ein Nacharbeiten egal welcher Art geht meist nicht, der Bogen muss gekauft werden wie er ist und man muss sich jemanden suchen der die Nacharbeiten, z.B. Mittelteil passend für die Hand, suchen. Und wen wunderts, das kostet nochmals unser Geld.
Da sieht es beim Bogenbauer besser aus.
Da gibt es eine Möglichkeit die Bögen zu testen. Wenn ich mich für einen Bogen entschieden habe kann ich ihn, sollte etwas nicht ganz passen, ihn für meine Hand anpassen lassen. Der Preis wird sich dadurch nicht verändern und ich habe immer einen Ansprechpartner. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den "Industriebögen".
Aber auch da sollte jeder sich vorher Gedanken machen und den Bogenbauer eventuell mal kontaktieren und nachfragen was die Bögen kosten und ob man in die Werkstatt kommen darf. Auch stehen hinter einigen Namen die Preise in keinem Verhältnis zu den Produkten.

Ein Beispiel wie es mir in diesem Jahr ergangen ist:
Ich möchte meiner Tochter zu ihrem Geburtstag einen Bogen bauen lassen. Also hatte ich mir die Bögen von den Namhaftesten Bogenbauer in Deutschland angesehen was für meine Tochter passen könnte und habe diese dann angeschrieben, den Bogen beschrieben wie ich ihn mir vorstellte mit der Bitte mit meiner Tochter vorbeizukommen um den Bogen anzupassen und alles zu besprechen. Die Preisvorstellung ließ ich bewusst offen.
Der eine antwortete gar-nicht, seine Bögen liegen so bei 1200€, der andere war wenigstens so nett zu antworten. Seine Antwort war: Die Bögen fangen bei 800€ an und sie werden so gefertigt wie er es für richtig ansieht und ein Anpassen und besprechen vor Ort ist nicht möglich.
Das kenne ich von Bogenbauer die ich kenne und von denen ich Bögen besitze ganz anders.
Mein Fazit:
Gerade bei Bögen sollte Frau oder Mann immer versuchen eine Möglichkeit zu finden sich mit dem Hersteller des Produktes in Verbindung zu setzen.
Ich kann es nicht verhindern das ich Älter werde, aber ich kann verhindern das ich mich dabei langweile.

0815

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Re: teuer = gut, billig = Schrott oder Preiswert und gut
« Antwort #3 am: November 25, 2022, 04:25:21 Nachmittag »
Zunaechst mal moechte man sich ein Auszugsdiagramm von den Bogenmodellen anschauen. Dann Geschwindigkeitstests.
Das gilt vor allem fuer teure Wurfarme/Boegen.
Die Unwilligkeit der meisten Anfaenger sich mal kurz in rudimentaere technische Inhalte einzuarbeiten, erlaubt es den Herstellern und Haendlern Material mit maessigem Preis-Leistungsverhaeltnis fuer zu viel Geld anzubieten.
Dann ist da die Optik. Wenn ich zwei Boegen mit vergleichbarer Leistung habe, was kosten optische Aufwertungen im Vergleich zum anderen.
Wieviel wiegt der Bogen?
Hat der Bogen einen Ruf fuer Genauigkeit, aber wiegt eine Tonne?
Gibt es einen Bogen, der leichter ist und hat ebenfalls einen Ruf fuer Genauigkeit?
Welche US- Bogenbauer werden von den Chinesen kopiert und innerhalb von wenigen Monaten als guenstiges Modell angeboten?
Welche Boegen sind auf dem Gebrauchtmarkt schwer zu finden? Warum?