Autor Thema: Elchkuhjagd in Colorado  (Gelesen 3243 mal)

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #31 am: Februar 28, 2023, 09:08:04 Nachmittag »
Immer noch 09.09.2022:
Im Jagdcamp:
Nach Begruessung allerseits und einer kurzen Pause,machte sich mein Jagdbegleiter (Chad) daran, sein 12-Mann Seek-Outside Tipi aufzubauen. Ich hatte zwar mein 8- Mann Tipi auch dabei, aber Chad wollte mal ausprobieren, wie das Zelt mit 2 Jaegern funktioniert. Deshalb war er fuer "Unterkunft und Kueche" verantwortlich. Nach einer Weile war das Teil aufgebaut und er hatte sich eingerichtet.
Dann wurden wir in unserem Tun durch einen anderen Jaeger unterbrochen, der die Camps abklapperte und nach Elch-Sichtungen fragte. Es kam heraus, dass er ebenfalls eine Elchkuhlizenz hatte, aber sich entschieden hat mit dem Vorderlader zu jagen. Einige Lizenzcodes erlauben es dem Jaeger zu entscheiden, welche Jagdwaffe verwendet wird, allerdings muss man sich dann auch an die Saison halten. Wir hatten leider noch keine Elche gesichtet und hatten deshalb nichts zu berichten. Als der andere Jaeger erfuhr dass Keith im Camp war, war das Erstaunen bei den anderen Jaegern ziemlich gross. Offensichtlich ist Keith in der Bogenjaegervereinigung von Colorado sehr bekannt und musste dann fuer ein Photo mit den anderen Jaegern posieren. Danach wuenschte man sich gegenseitiges Jagdglueck und ich tauschte mit dem anderen Elchjaeger die Handynummern aus, um auf dem Laufenden zu bleiben. Dann fuhren sie wieder ab.
Dann brachte auch ich mein Geraffel endlich in das Tipi und wir organisierten kurz die Kueche auf einem meiner Rolltische.
Jetzt ging es schon Richtung Ende des Tages und mein Jagdzeugs war noch nicht hergerichtet. Also in der naechsten Stunde meinen Recurve zusammengeschraubt, Bogenkoehcer montiert, Broadheads montiert und gecheckt, das Fannypack entsprechend fuer den naechsten Morgen gepackt.
Wir checkten kurz die Karten und entschieden uns was wir am naechsten Morgen machen wollten. Ich und Chad in die eine Richtung, Keith in die andere Richtung auf der Suche nach einem schoenen Schwarzbaer, denn er hatte eine Baerenlizenz fuer mein Jagdgebiet.
Schliesslich hatte ich alle Jagdklamotten fuer den Morgen hergerichtet und es ging so um 22:00 in den Schlafsack.
« Letzte Änderung: Mai 10, 2023, 10:22:28 Nachmittag von 0815 »

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #32 am: März 01, 2023, 11:38:09 Nachmittag »
10.09.2022:
Irgendwann gegen 01:00 Uhr morgens. Aufgewacht durch Scheinwerferlicht im Tipi, laute Motorengeraeusche und Stimmen. Das ging so ein paar Minuten. Licht rein, Licht raus, Rumgeplaerre, Staubentwicklung,  laute Ghettomusik und andauernd Motorengeraeusche. Frechheit! Da scheinen doch irgendwelche Voegel im Parkbereich rund 10m neben uns mit ihrem Auto Donuts zu produzieren. Zum Glueck haben die sich dann recht schnell verzogen, sonst haetten wir denen mal mit der .308 in der Hand die Leviten gelesen.
Unser Tipi war etwas angestaubt, aber was wir am naechsten Morgen sahen: Da campten auch noch andere mit ihrem Zelt direkt auf dem Parkbereich neben ihrem PKW und deren Zelt und Auto sah schon deutlich eingestaubt aus... Da die Nacht doch relativ kuehl war und es am Morgen schoen neblig war, beschloss ich mit Chad unserem Seitenweg bis zum Ende zu folgen, um Einblick in potentielles Elchgebiet zu erlangen. Wir wollten uns dann entlang von Walton Creek bewegen um hoffentlich eine Elchkuh bei futtern zu finden. Keith wollte einen Pfad auf der anderen Bachseite folgen und hoffentlich fuer mich eine Elchkuh oder fuer sich einen Baeren zu sichten.
« Letzte Änderung: März 08, 2023, 07:08:26 Nachmittag von 0815 »

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #33 am: März 08, 2023, 07:02:17 Nachmittag »
10.09.2022 Morgenjagd:
Bei beginnendem Tageslicht und Nebel mit ca. 30m Sichtweite bewgten wir uns langsam und leise am Rande des Weges entlang. Wir kamen an vielen Camps vorbei, es war ja Wochenende und dieser Bereich scheint bei den normalen Campern populaer zu sein. Aber die Camps waren all noch nicht aktiv so frueh am morgen.
Nach ca. 20 minuten waren wir am Ende des Weges angekommen und im Wendebereich waren auch zwei Camps. Wir waren natuerlich daran interessiert was im sumpfigen Weidenbereich entlang des Baches so ging. Also bewegten wir uns langsam von Deckung zu Deckung und dann sclussendlich an eine Baumgruppe von der man den Bachbereich recht gut ueberblicken konnte. Kein Elch in Sicht. Aber ploetzlich vor uns rund 35m Bewegung im Weidengebuesch. Ein starker Schwarzbaer mit braunem Fell so zwischen 350 und 400#.
Der fing soeben an, den Bach zu ueberqueren. Wir beobachteten, denn natuerlcih hatte weder ich noch Chad eine Lizenz. Ansonsten haetten wir versucht uns an den Baeren anzuschleichen und einen Schuss zu setzen. Aber der Baer machte es sich auf der anderen Seite des Baches fuer rund 15min gemuetlich und hatte wohl etwas zu futtern entdeckt und als er damit fertig war verliess er unseren Sichtbereich Richtung Nordwesten.

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #34 am: März 08, 2023, 07:03:19 Nachmittag »
Wir bewegten uns dann den Abhang hinunter, um dem Bach zu folgen. Das gestaltete sich aber nicht wirklich einfach, da der ganze Bereich elend sumpfig war und man mit jedem Schritt rund 10cm in die Pampe einsank und je weiter man  Richtung Bach gehen wollte, je tiefer sank man ein. Also den Bereich ueberqueren und am Rande des Abhangs vorwaerts gehen und dabei versuchen jede Erhebung und Baeume als Deckung zu Nutzen. Immer viel mit dem Fernglas nach einer schwarzen Elchkuh im Schatten der Baeume im Bachgrund Ausschau halten. Aber da hatten wir kein Glueck. Wir bewegten uns also weiter und hoeher an der Seite des Hanges und kamen bis zu einer Waldecke. Von dort konnte man dann nichts mehr sehen und der Bereich war sehr steil abfallend und unwegsam. Dort machtne wir Pause und machtne uns dann auf den Rueckweg ins Camp. Inszwische hatte die Sonne den Nebel vertreiben und es wurde langsam recht warm. Wir verfolgten also weitgehend die Hoehenlinie, denn auf dem Rueckweg wollten wir nicht wieder durch die selbe Pampe wie vorher durch. Wir fanden dann einen guten Uebergang, wo man trockenen Fusses ueber den Sumpfbereich kam. Nur zwei 1,50 breite Bachlaeufe musst man ueberspringen. Danach waren wir auf dem Wendekreis am Ende des Weges und bewegten uns zuegig zureuck ins Camp. Schoene Morgenjagd mit Anblick eines starken Baeren. Keith hatte die Baerenlizenz, aber er sah den Baer nicht.
Mittags fuhren wir die Strassen entlang und redeten mit Campern und anderen Wapiti und Mauleselhirschjaegern, ob sie Elche oder Baeren gesehen haetten. Offensichtlich war der grosse Baer auch von anderen Campern und Jaegern schon gesichtet worden und wir hoerten auch noch von einem ganz schwarzen grossen Baer der schon oefters gesehen wurde.
Am Nachmittag hatten wir Zeit fuer Verpflegung und etwas Trainingsschiessen. Wir schauten uns auch die Karte etwas genauer an und legten fest was wir fuer die Abendjagd machen wollten.       
« Letzte Änderung: Mai 10, 2023, 10:23:53 Nachmittag von 0815 »

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #35 am: September 22, 2023, 02:35:07 Nachmittag »
Auf der kleinen Trucktour am Nachmittag fanden wir ein anderes Camp, wo man gut parken konnte, da die Strasse keine Moeglichkeit bot, einfach am Rand zu parken. Neben einem dieser Camps parkten wir am spaeten Nachmittag den Truck und dann sickerten wir langsam entlang des Waldrandes ins Tal, wo wir dann entlang des mit Weiden bewachsenen Bachs beobachten wollten. Siehe Photo 1 und 2. Auf dem Hinweg war auch schon alles entlang des kleinen Seitenbaches entlang mit Weiden bewachsen und Elchkontakt war also jederzeit moeglich.  Der mit Weiden bewachsene Waldrand war ziemlich sumpfig und wir versuchten uns also ca. 5-10m im Wald voranzuarbeiten. Nicht wirklich einfach, da die Wildpfade eher im 90 grad Winkel zu unserer Bewegungsrichtung verliefen. Deutlich nach der anvisierten Zeit kamen wir in unserer Beobachtungsposition an. Wir waren ca. 30 - 70 m ausseinander, um das maximal moegliche Gebiet beobachten zu koennen. Die kleinen Baumgruppen gaben genug Deckung, so dass man sich in deren Schutz bei Bedarf verschieben konnte. Es war jetzt 17:30, also noch 2 1/2 Stunden legale Jagdzeit.

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #36 am: September 22, 2023, 03:16:39 Nachmittag »
Die Sonne hatte schon ihre Kraft verloren und man spuerte den kuehlen Luftzug seitlich im Nacken, der dann entlang des Baches stromabwaerts ziehen wird.
Und nach einer halben Stunde endlich ein Elch. Allerdings ein Bulle und deshalb fuer uns nicht wirklich interessant, da ich ja nur eine Elchkuh jagen durfte.
Obwohl die Elche ja sehr gross sind, ist es immer wieder interessant wie voellig aus dem Boden gewachsen sie ploetzlich auftauchen koennen. Es war jetzt 18 Uhr. Der erste Elchbulle stand eine geschlagene Stunde unbewegt da und schaute in unsere Richtung.
Dann erschien ploetzlich ein zweiter Elchbulle praktisch direkt gegenueber von unserer Beobachtungsstation und machte genau das gleiche wie der andere Bulle. Bewegungsloses Rumstehen und in unsere Richtung schauen. Das ging so eine halbe Stunde lang und dann erschien aus dem Schatten des Waldes ploetzlich eine Elchkuh. Ca. 200m Luftlinie von unserer Beobachtungsposition. Offensichtlich gehoerte die Kuh zu Elchbulle 2.
Inzwischen war es schon 7:30 Uhr und ich hatte rund 15 bis 20 Minuten Zeit, mich seitlich nach rechts zu verschieben, um dann den Bach zu ueberqueren. Als ich unten am Bach angekommen bin, musste ich erstmal eine Uebergangstelle finden. Da schien auch eine zu sein, wo man mit einem Sprung das andere Ufer erreichen konnte. Beim Landen erstmal direkt in eine sumpfige Pampe gesprungen und mich erstmal Bogen und Gesicht nach vorn in die sumpfige Pampe gelegt. Tolle Show. Also, schnell wieder aufgerappelt, Bogen und Pfeile kurz gecheckt, und weiter ging es .Gerade bergauf bis zum Schutz des Waldrandes und sich dann 5 -10 m innerhalb des Waldrandes Richtung Elchkuh bergauf bewegen.
Ich war jetzt schon recht nahe an der Position, wo wir die Elchkuh gesehen hatten, aber das Gelaende war absolut unuebersichtlich. Also langsam weiter vorarbeiten. Ploetzlich 35m vor mir eine grosse schwarze Elchkuh, die mich offensichtlich bemerkt hatte und sich schnellen Laufes aus dem Staub machte.
Ich ging noch schnell zum Waldrand vor um etwas Uebersicht zu gewinnen und sah Elchbulle 2 und 2 Elchkuehe gerade auf der anderen Seite der Lichtung den Hang hoch verschwinden. Inzwischen war es schon fast dunkel, also die Funzel ausgepackt und diesmal eine bessere Uebergangsstelle ueber den Bach gefunden, trockenen Fusses ruebergekommen und zurueck zur Beobachtungsstelle wo die Jagdkameraden warteten.
« Letzte Änderung: September 22, 2023, 03:18:15 Nachmittag von 0815 »

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #37 am: September 22, 2023, 03:18:41 Nachmittag »
Wir stellten fest, dass es einfacher sei, wenn wir einen anderen Rueckweg nehmen wuerden, als wieder den ganzen Weg zurueckzugehen, wo der Truck geparkt war. Wir gingen so direkt es ging zurueck zur Kurve in der Strasse und Chad wollte dann den Truck holen und mich und Keith auflesen.
Auch dieser Weg war nicht ohne Probleme, denn Keith fand hier eine schlechte Uebergangsstelle und endete auch erstmal bis zum Oberschenkel in einem Wasserloch. 8m weiter fanden wir dann eine einfache Uebergangsstelle und erreichten schliesslich erschoepft die Strasse. Chad holte den Truck und wir waren um 09:30 zurueck im Camp. Also insgesamt ein ereignisreicher erster Jagdtag, aber noch keine Schussgelegenheit.

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #38 am: Oktober 05, 2023, 01:32:27 Nachmittag »
Nach diesem erfolglosen Versuch am Abend, ging es zurueck in Camp und wir entschieden uns am naechsten Morgen wieder an die gleiche Stelle wie am Vorabend zurueckzukehren. Das Nahrungsangebot fuer Elche war hier sehr gut und wenn da 4 Elche in der gegend waren, dann war es nicht unwahrscheinlich, dass sie auch noch da waren. Also frueh am morgen wieder zur Stelle wo wir die Trucks parkten und ich ging diesmal alleine mit Chad. Keith war auf der Suche nach einem Schwarzbaeren. Ungefaehr beim ersten Buechsenlicht kamen wir an der Stelle an, wo wir am Vorabend beobachtet hatten. Und taten also genau dasselbe wieder. Position ab und an mal wechseln und Beobachten, um das groesstmoegliche Gebiet optisch abzudecken.
Jetzt war es schon 8 Uhr und nichts zu sehen. Also weiter beobachten. 8:30Uhr und immer noch nichts. Also wenn wir bis 09:00 nichts sehen, dann gehen wir wieder zurueck. Gegen 08:50 ploetzlich Bewegung. Chad kam durch die Baeume um mir zu sagen, dass in einem Bereich, den ich von meiner Position nicht einsehen kann, eine Elchkuh Weidenblaetter vor sich hin futtert. Als ich ueber den kleinen Huegel sehen konnte, da war sie nicht zu uebersehen. Ein Fernglas war da nicht noetig. Sie schien sich auf der anderen Seite zu uns hin zu bewegen. Also erstmal schauen und weiterbeobachten. Sie bewegte sich langsam das Tal herunter, also muessten wir die Bachseite wechseln, wie gestern abend. Diesmal aber ueber einen besseren und gedeckten Uebergang, so dass wir nicht wahrgenommen werden. Das hat auch alles schoen geklappt und ich an der Spitze und Chad dahinter arbeiteten uns zur Stelle vor, wo wir die Elchkuh auflauern wollten. Aber nachdem wir, den Talgrund ueberschritten hatten und auf der anderen Seite in der Deckung der Baeume waren, mussten wir feststellen, dass man sich im Wald nicht bewegen konnte, ohne Geraeusche zu machen. Es war einfach zu trocken und alles knickte und knackte. Ich konnte mich bis 50m an die Elchkuh heranarbeiten, aber sie hatte wohl so das Gefuehl, dass irgendwas nicht ganz stimmte und drehte 180 Grad um und bewegte sich langsam am Waldrand entlang, woher sie ja gekommen war.

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #39 am: Oktober 05, 2023, 02:11:22 Nachmittag »
Also blieb uns nichts anders uebrig, als der Kuh bestmoeglich zu folgen und zu versuchen, sie im Wald zu ueberholen. Das klappte aber auch nicht, da nicht genug Deckung da war und die Elchkuh auch dauernd immer wieder in unsere Richtung schaute. Wieder auf 45m ran, aber dann bewegte ise sich wieder schnell 40m weiter und fing wieder an zu fressen. Also wieder auf 45m rangearbeitet, und das gleiche Spiel wieder.  Bevor sie ueber eine groessere Freiflaeche verschwinden konnte, musste ich jetzt versuchen, mich durch den Wald so schnell wie moeglich vorzuarbeiten, um sie wenn moeglich zu ueberfluegeln oder um zumindest einen guenstigen Schusswinkel zu bekommen. Also so schnell und geraeuschlos als moeglich durch den Wald geschlichen, aber die Elchkuh wusste genau dass sich da irgendwas im Wald bewegte.
Schliesslich bin ich fast auf der Spitze des Waldsteucks angelangt und sie war 25m vor mir, aber an einen Schuss war bei den herabhaengenden Aesten am Waldrand nicht zu denken. Halblinks von mir war ein kleiner offene Schusskorridor, da war ein guter Schuss moeglich. Ca. 1m breit und astfrei. Also positionierte ich mich so nah am Waldrand als moeglich (ca. 7m) und positionierte mich so, dass ich durch den Korridor schiessen konnte. Die Elchkuh musste jetzt nur noch 5 Meter nach vorne laufen und dann war sie im Schusskorridor. Vor dem Wald war von mir aus gesehen nur Weidengebuesch, das der Elchkuh nur bis zum Unterbauch ging. Der Koerper sollte also voll sichtbar sein, wenn sie in den Korridor hineinlaeuft. Position 1 im Bild.
Sie fing dann auch an sich in die Richtung zu bewegen und als sie in meinen Schusskorridor kam, war vom Koerper nichts mehr zu sehen, als der Kopf und  der Nackenbuckel. Was das denn? Eine Senke hinter dem Weidengebuesch vor dem Schusskorridor und als sie wieder aus dem Schusskorridor heraus, kam, sah man den Koerper wieder voll durch die Aeste. Das darf nicht war sein. Jetzt kam sie seitlich auf der Freiflaeche nach oben, aber Korper immer von Aesten verdeckt. Ich versuchte meinen Koerper zu drehen und einen anderen Korridor zu erreichen. Die Geraeusche machten sie wohl neugierig, so dass sie jetzt schraeg auf die Schneise zukam. Mein Koerper war nicht fuer einen Schuss ausgerichtet, als sie rund 25m kurz breit stehenblieb. Position 2 im Bild. Ausgezogen und geschossen, aber mein Pfeil zischte drueber und das haette sie nicht mal gemerkt, waere mein Pfeil danach nicht mit einem lauten "Tock" in einen dahinterliegenden Douglasiestamm eingeschlagen. Innerhalb ein paar tausendste Sekunden hatte sich der Koerper der Elchkuh um 180 Grade gewendet und sie trottete schnell wieder dahin woher sie vorher kam und ich dann verlor ich sie aus meiner Sicht. Schoene Scheisse. Wie kann man da nur danebenschiessen?? Also, erstmal versuchen den Pfeil zu bergen. Der steckte mit der dreischneidigen Jagdspitze naemlich 4cm tief im Douglasienstamm. Es hat 10min gedauert die wieder rauszuschnitzen und das ging auch nicht ohne Beschaedigung.
Nachdem der Pfeil geborgen war, ging es wieder zurueck . Nach rund 80m traf ich auf Chad, der nicht wusste was passiert war. Er hatte mich aus den Augen verloren und wusste auch nicht, dass ich geschossen hatte. Er meinte nur, dass die Elchkuh ploetzlich angetrottet kam un rund 12m an ihm dann den Berg hinaufgezogen ist. Freundlicherweise hatte er diese Begegnung mit seiner Handykamera gefilmt. Qualitaet ist leider nur maessig.
Der Videolink ist hier:
https://rumble.com/v3n4krm-cow-moose-close.html
Da kann man auch mal sehen wie schlecht man sich in diesen Waeldern fortbewegen kann....
Inzwischen war es schon 10:45 und wir verlegten zurueck ins Camp.
« Letzte Änderung: Oktober 05, 2023, 02:14:23 Nachmittag von 0815 »

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Re: Elchkuhjagd in Colorado
« Antwort #40 am: Oktober 06, 2023, 01:49:25 Nachmittag »
Nach der vertanen Moeglichkeit am Morgen, wollten wir diesem Tal am Abend etwas Ruhe geben und machten einen Abendjagdtrip mit dem Truck.
Da es in dieser Gegend jederzeit moeglich ist einen aesenden Elch in einem der mit Weiden bewachsenen Backniederungen zu finden, entschlossen wir uns das Gebiet etwas besser kennenzulernen und abzufahren und immer wieder lange beobachten. Da man die Elche sobald sie aus dem Wald draussen sind eigentlich nicht uebersehen kann, fuhren wir eine Tour mit mehreren langen Beobachtungshalten. Und die Elche juckt es nicht wenn da ein Truck ein paar hundert Meter entfernt haelt oder vorbeifaehrt.  Leider hatten wir kein Glueck und sahen an diesem Abend nichts. Die im Luftbild sichtbaren hellere gruene Bewachsung sind die Weiden, von den sich die Elche hauptsaechlich ernaehren. Wie man sieht sind dort grosse Flaechen damit bewachsen, die nicht immer von der Strasse auch einsehbar sind. Aber man muss das eben vor Ort erkunden.