Autor Thema: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?  (Gelesen 1767 mal)

Steff

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Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« am: Februar 04, 2020, 07:02:53 Vormittag »
Als Anfänger bekam ich den Eindruck vermittelt,
dass ich ohne perfekt ausgeschossene Standhöhe hoffnungslos verloren wäre,
und deshalb habe ich viel Zeit darauf investiert, den „Sweet Spot“ zu ermitteln.
Auch war ich versucht, alle 30 min zu überprüfen, ob die Standhöhe noch stimmt.

Heute, obwohl mir der großen Einfluss  der Standhöhe bewusst ist, geh ich sehr nachlässig damit um.
Das liegt zum Einen an meiner Einstellung, aber auch am Sehnenmaterial.
Das Dacron auf meinen alten Bögen war wie Gummi, und brauchte mehr Aufsicht.

Doch zurück zur Standhöhe. Wenn heute der RST passt. Der Pfeil gerade im Ballen steckt und der Bogen dabei kaum laut gibt, dann ist es für mich gut.
Die Standhöhe stell ich vorher nach Herstellerangabe ein, und dreh etwas an der Sehne rum,
bis er leiser ist, oder sich der Schuss angenehmer anfühlt.

Dann schreib ich alles auf, und denk meist nicht mehr daran.

Welchen Aufwand betreibt ihr mit der Standhöhe?
Wie akribisch stellt ihr sie ein und für wie wichtig haltet ihr sie im Rahmen eures Setups?

Danke Steff
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Kedde

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #1 am: Februar 04, 2020, 08:22:53 Vormittag »
Ich stelle die Standhöhe nach Herstellerangabe ein, kontrolliere bei einer neuen Sehne nach jedem Schießen bis sie sich nicht mehr verändert. Dann nur noch sporadisch. Experimentieren mit der Höhe mache ich nicht denn ich bin kein Turnierschießer wo alles bis aufs kleinste ausgereizt werden muss.
Ich kann es nicht verhindern das ich Älter werde, aber ich kann verhindern das ich mich dabei langweile.

walker

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #2 am: Februar 04, 2020, 08:52:56 Vormittag »
Die Standhöhe wird von mir bei neuen Sehnen grob nach Herstellerangaben eingestellt, wichtig ist mir dass sich der Bogen „Gesund“ anhört.
Wenn das passt so niedrig wie möglich, am Anfang kontrolliere ich dann nach jedem Schießen
und drehe eventuell noch etwas ein.
Ist die Sehne dann eingeschossen kontrolliere ich gar nicht mehr es sei denn der Bogen hört sich plötzlich anders an oder irgendwas erscheint mir merkwürdig.
Das Geht natürlich nur wenn die Sehne immer am Bogen bleibt auch wenn er entspannt ist.
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Waldgeist

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #3 am: Februar 04, 2020, 11:18:23 Vormittag »
Grundsätzlich steige ich mit der Herstellerempfehlung ein. Aber ich experimentiere auch gerne mit der Standhöhe, um das Verhalten meiner Bögen besser kennen zu lernen. Manchmal ist es zugegeben auch Gefühlssache ...
« Letzte Änderung: Februar 04, 2020, 12:12:11 Nachmittag von Waldgeist »
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Wolverine

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #4 am: Februar 04, 2020, 11:28:13 Vormittag »
Die Standhöhe wird von mir bei neuen Sehnen grob nach Herstellerangaben eingestellt, wichtig ist mir dass sich der Bogen „Gesund“ anhört.
Wenn das passt so niedrig wie möglich, am Anfang kontrolliere ich dann nach jedem Schießen
und drehe eventuell noch etwas ein.
Ist die Sehne dann eingeschossen kontrolliere ich gar nicht mehr es sei denn der Bogen hört sich plötzlich anders an oder irgendwas erscheint mir merkwürdig.
Das Geht natürlich nur wenn die Sehne immer am Bogen bleibt auch wenn er entspannt ist.

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0815

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #5 am: Februar 04, 2020, 05:45:39 Nachmittag »
So niedrig wie moeglich ohne zusaetzlichen Laerm/Vibrationen.

trasher

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #6 am: Februar 06, 2020, 09:15:59 Nachmittag »
der sweet spot ist bei mir der Punk bei dem der Bogen am leisesten ist.
Ist dann automatisch auch der tiefste bzw höchste Punkt bevor es wieder lauter wird.

africanarcher

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #7 am: Februar 24, 2021, 02:41:52 Nachmittag »
Ich fange mit der Empfehlung an und lasse das Nachschwingen der Wurfarme durch eine zweite Person kontrollieren. 5mm rauf / runter - 10mm rauf - runter usw., bis die WA am wenigsten Nachschwingen. Ändere ich etwas (Pfeilgewicht - Spine - Anbauteile) gehts wieder von vorn los. Toleranz ist dann Sehnendurchmesser und ich kontrolliere immer mal wieder zwischendurch und korrigiere dann entsprechend!

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friedrich

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #8 am: Februar 25, 2021, 09:14:42 Vormittag »
Vorrangig richte ich mich nach der Hersteller-Empfehlung, schieße aber meine optimale Standhöhe aus. Jedes unterschiedliche Sehnengarn hat bei Strangzahlvariatioen einen unterschiedlichen Festigkeitswert, der auch eine optmale unterschiedliche Standhöhe bewirkt.
Gruß
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0815

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #9 am: Februar 25, 2021, 05:26:03 Nachmittag »
Standhoehe: So niedrig wie moeglich ohne zu laut zu sein.
Bei meinen Langboegen sind das zwischen 6.5" und 6.75" und beim Recurve zwischen 7.25 " und 7.5".
Hohe Standhoehen mag ich nicht.

@Steff:
Wenn eine B50/FF Sehne sich staendig dehnt, dann ist sie nicht richtig gemacht.
Die Dehnung besteht aus der elastischen Dehnung des Materials (das ist die Dehnung der Sehne unter Last, also wenn aufgespannt) und aus der Setzung der Sehne aufgrund ihrer Konstruktion.  Wenn also die Setzung abgeklungen ist, dann haben wir nur noch elastische Dehnung. (Deshalb ist eine B50 Sehne oft kuerzer als eine FF Sehne auf dem gleichen Bogen.
Auch eine flaemische Fast Flight Sehne wird sich setzen. Je nachdem wer die zwirbelt, wird sich die Sehne setzen. Haengt auch vom verwendeten Wachs, von dessen Menge und der Aussentemperatur ab. Deshalb werden gute flaemische Sehnen immer vorgedehnt. Das machen die Sehnenbauer gewoehnlich wenn die Mittelwicklung angebracht wird im Bereich von 200-300# Gewicht. Da dies mehr ist als die Sehne normalerweise drauf hat, wird sie dadurch effektiv gesetzt.
Der Sehnenmacher weiss nach ein paar Sehnen fast exakt wie  viel sich seine Sehne setzen wird und macht sie dementsprechend kuerzer.
Wenn man Sehnen selber baut, dann wird man meist 2 Versuche brauchen um die perfekte Sehne fuer den jeweiligen Bogen zu bauen. Vor allem wenn man die Oehrchen entsprechend unterschiedlich gestalten muss, abhaengig von den Wurfarmen und den Tips.
Optisch kann man eine gute von einer schlechten Sehne nicht wirklich unterscheiden, am Bogen merkt man das aber schnell.
Vor allem zu lange Sehnen fuehren zu einem verstaerkten eindrehen und damit zu einer verstaerkten elastischen  Dehnung, da die Drillung zusaetzliche Dehnfaehigkeit bringt.


 

africanarcher

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #10 am: Februar 25, 2021, 08:46:08 Nachmittag »
@0815
Die Hersteller, die ich kenne; Endlos und z,B. Flämisch, recken erst die Sehne und bringen dann die Mittelwicklung an, damit diese beim Dehnen der Sehne nicht auseinander gezogen wird. Wie oft man die Sehnen eindrehen darf wird oft unterschätzt. Einfach mal bei den Herstellern nachlesen.

africanarcher
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Waldgeist

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #11 am: Februar 25, 2021, 09:02:27 Nachmittag »
Ist das sog. Vorrecken bei den flämisch gespleißten Sehnen nicht inzwischen Standard bei allen Herstellern?
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 Cicero

0815

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Re: Die Standhöhe. Wie geht ihr mit ihr um?
« Antwort #12 am: Februar 25, 2021, 10:26:08 Nachmittag »
Bei meinen schon, aber es gibt ja tonnenweise Sehnendreher und Bogenshops heutzutage.