Autor Thema: so sollte ein Holzschaft aussehen  (Gelesen 161 mal)

Wolverine

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so sollte ein Holzschaft aussehen
« am: Mai 18, 2021, 09:52:00 Nachmittag »
so sollte ein Holzschaft durchgängig aussehen oder was meint ihr
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AndrewS

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #1 am: Mai 18, 2021, 10:55:53 Nachmittag »
sieht schon mal gut aus.
Leider sind durch wenig homogenes Wachstum der Bäume und Verarbeitung mittels Sägen und Fräsen (gerade beim Aufschneiden der Stämme wird wenig auf den Maserungsverlauf Rücksicht genommen - is quasi nicht möglich) solche Schäfte nicht die Regel.
Wenn die Sortierung bzw. die Auswahl des passenden Holzes die Toleranzen an solchen Schäfte orientieren würde, käme wahrscheinlich nur 10% des derzeit verwendeten Holzes als Schaftholz in Betracht. Das würde Holzschäfte ordentlich verteuern.
Da wäre es vielleicht noch günstiger Schäfte aus laminiertem Holz zu fertigen.  Beispielsweise Ahorn und Fichtenlaminate von 1,5mm zu 9mm Platten verleimen, zu Quadratstäben aufschneiden und rund fräsen....
So was gab es vor Jahren schon mal von Whitewood (dem ersten WW).
Sperrholz oder Multiplex funktioniert nicht gut, da die Lagen kreuzweise (in Bezug zum Maserungsverlauf) verleimt sind
Die Hexschäfte, die es mal gab sind ein weiteres Beispiel dafür, wie homogeneres Schaftmaterial aus Holz gefertigt werden könnte.

0815

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #2 am: Mai 19, 2021, 01:18:34 Vormittag »
Die Hexschaftmaschinen und die Forgewood Maschinen werden gerade wieder "restauriert".
So wie man hoert von true shaft archery in BC/Canada.
Mal gespannt ob da was rauskommt.

Dieser gezeigte Schaft ist nur sehr langsam gewachsen, deshalb sind die Jahresringe so eng.
Im Endeffekt ist "firekilled" wood, also die nach einem Waldbrand uebriggebliebenen stehenden Staemme das Holz der Wahl.
Die kleinen und guten Schafthersteller waehlen ihr Holz im Wald aus, direkt nach dem Saegen. Dabei werden Teile abgespalten.
Das sorgt fuer sehr wenig grain runoff. Wenn man normales Brettholz verwendet, dann ist das natuerlich schwieriger, da der Faserverlauf nur eingeschraenkt beachtet wird.

AndrewS

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #3 am: Mai 19, 2021, 09:07:35 Vormittag »
"firekilled" sind quasi 'natürlich' getemperte Schäfte  ;)
« Letzte Änderung: Mai 19, 2021, 10:15:50 Vormittag von AndrewS »

0815

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #4 am: Mai 19, 2021, 01:19:10 Nachmittag »
Ich denke mal dass da nix getempert ist. Die Baeume sind zu dick und die Zeit ist zu gering. Das Holz muss immer nich getrocknet werden....

Waldgeist

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #5 am: Mai 19, 2021, 01:23:42 Nachmittag »
@ 0815: Ich glaube da hat jemand zu früh die Grain-Waage eingeschaltet?  ::)
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AndrewS

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #6 am: Mai 19, 2021, 01:58:49 Nachmittag »
Bitte beachten  ;), bitte beachten ;), bitte beachten  ;)

davon abgesehen hat es ein deutscher Schafthersteller vor Jahren mal mit getemperten Holz probiert.....
es hat aber nicht so funktioniert wie gewollt, deswegen ist es nicht zur Revolution im Holzschaftbereich gekommen.....die meisten Bambusschäfte sind doch auch stark erhitzt - in erster Linie wohl zum begradigen aber gerade mit der Oberfläche vom  Bambus (und da sitzen die Fasern, auf welche es bei Bambus besonders ankommt) macht dieses erhitzen auch etwas...

Wolverine

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #7 am: Mai 19, 2021, 09:40:48 Nachmittag »
jupp, das waren Robinienschäfte, da hab ich noch welche, war zu teuer, viel Ausschuß  und daher ist das Ganze wieder eingeschlafen.

Jetzt aber bitte wieder zum Thema.

Holzschäfte in dieser Qualität würden sich auch bei uns verkaufen lassen, da währen bestimmt manche Bogenschützen bereit etwas tiefer in die Tasche zu greifen,
denn Geiz ist nicht immer geil.
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Waldgeist

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #8 am: Mai 19, 2021, 09:59:28 Nachmittag »
Ich kenne Robinienholz nur als wenig geradlinig und markant wildwüchsig. Der Vorteil ist dessen Langlebigkeit und Härte.
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Wolverine

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #9 am: Mai 19, 2021, 11:24:15 Nachmittag »
auf meine lagernden Schäfte kann ich nur sagen, dass diese sehr geradlinig gefertigt wurden, sind aber auch vor ca. 20 Jahren gefertigt worden.
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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #10 am: Mai 20, 2021, 08:00:06 Vormittag »
Das ist ja nahezu die Lager- und Reifezeit für einen excellenten Whisky ...  8)
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AndrewS

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Re: so sollte ein Holzschaft aussehen
« Antwort #11 am: Mai 20, 2021, 10:08:50 Vormittag »
...

Holzschäfte in dieser Qualität würden sich auch bei uns verkaufen lassen, da währen bestimmt manche Bogenschützen bereit etwas tiefer in die Tasche zu greifen,
denn Geiz ist nicht immer geil.


Ist für die Hersteller ne Frage von Aufwand und Ertrag und ab wann im Holzverarbeitungsprozess die Rohware selektiert wird. Wenn z.B. aus Brettware Schäfte gefertigt werden, dürften sich die Preise für einen Holzschaft mindestens verfünffachen...(einfach weil nur wenige so perfekte Maserung haben werden). Als Mischkalkulation mit dem Rest, den man natürlich auch verkaufen müsste, könnte der Preis etwas geringer ausfallen - aber wer möchte den Rest kaufen bzw. welche Erlöse könnten mit dem Rest erzielt werden?

Wenn schon aus den liegenden Stämmen ausgewählt und abgespalten wird, dürfte der Preis bei Faktor 1,5 bis max 2 liegen. Dazu kommt dann noch der Import nach D, da ich denke, dass die Hersteller in D hauptsächlich aus Brett- / Bohlenware fertigen.

Die Frage ist natürlich auch, wie viel so ein Schaft dann wirklich besser ist? Fliegt er besser, hält er länger, ist er immer gerade (spannungsfreier) und sind die Schäfte in einem Satz untereinander homogener?

Der größte Fehler beim Bogenschießen steht immer hinter dem Bogen....





« Letzte Änderung: Mai 20, 2021, 04:03:09 Nachmittag von AndrewS »